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Mein CX/Winterrrennrad

| 10 Kommentare

Nun sind die ersten 1200 km fast runter und es wird Zeit mal ein paar Fotos und einen “Abschlussbericht” online zu stellen. Es geht um mein CX/Winter-Rennrad. Im Oktober vergangenen Jahres schrieb ich meine ersten Gedanken und es entstand ein toller Austausch in den Kommentaren. Was ist mir wichtig, was nicht. Stahlrahmen oder wie Frank so liebevoll sagt nen “Joghurtbecher” als Rahmen. Am Ende entschied ich mich für einen Joghurtbecher, einen Carbonrahmen direkt aus China. Bestellt via Alibaba.com. Und da ich schon dabei war, gabs auch gleich noch ein paar Carbonlaufräder aus China. Wie der Rahmen zu mir kam und mein erster Eindruck von alibaba.com hatte ich bereits beschrieben.

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Schaltung

Bei Schaltwerk und Umwerfer entschied ich mich eine Campagnolo Record 11fach, dazu die passenden Record Ultra-Shift Ergopower. Als Kurbel gab es aus dem Hause Campagnolo die CX Power Torque 11-fach Kurbelgarnitur aus Carbon in der Abstufung 34/50. Zusammen mit ner 12-27er Chorus Kassette ergibt das ganze eine sehr sehr feine  Abstimmung im Gelände und an Anstiegen was ich sehr zu schätzen gelernt habe. Sollte es schneller sein reicht mir in der 50/12 in der jetzigen Jahrezeit voll aus, merk aber den Unterschied zum klassischen Rennrad wo erst bei 54/11 Schluss ist. Aber, ich mag diese feinere Abstimmung am Berg und in eher schwierigeren Situationen und konnte auf einer Tour in einem Anstieg gleichmässig bergauf über eine etwas 6 Metere lange Eisstelle fahren ohne durch- und wegzurutschen. Ohne die leichte, feinere Abstimmung in der Schaltung wär das sicher nicht möglich gewesen. Überhaupt schaltet  die Record fein und sauber, so wie es sich gehört und von 11 fach bin ich auch begeistert. Alles schaltet knackig, frisch, präzise und leicht – eben auch weil alles neu ist.

Bremsen

Bei den Bremsen hatte ich mich für Scheibenbremsen entschieden und bin über die Wahl zufrieden. Bis ich es zu den perfekt eingestellten Bremsen gebracht habe hat es zwar eine kleine Ewigkeit gedauert, ab ich hab es am Ende geschafft. Skeptisch war ich etwas bei der Bremsleistung, aber es bremst sehr gut. Montiert hab ich im übrigen die Avid BB7 Road, die sich gut in der Kombination mit den Campa Ultra-Shift Ergopower Bremshebeln machen.

Vorbau/Steuersatz/Lenker

Steuersatz war bereits beim Rahmen dabei – irgendwas no-name, günstig aus Fernost. Ich hab den Steuersatz erstmal verbaut und bisher macht er keine Probleme. Doof ist nämlich rauszubekommen welcher Steuersatz den so richtig passt, da es sich um einen integrierten Handelt bei dem die Lagerschalen im Steuerrohr verschwinden und nicht alles überall passt. Beim Lenker wählte ich das selbe Modell wie es mein Rennrad hat – ITM Ergal 7075 Ultralite –  nur in einer 2 cm breiteren Ausführung was etwas mehr Komfort bringt. Beim Vorbau hatte ich mich ursprünglich für den 3T Arx Team in 100 mm entschieden, konnte mich aber  nicht mit ihm anfreunden. Die offene Stelle und das Hervorscheinen des Gabelschaftes gefällt mir einfach nicht, ich suchte was geschlossenes und war mir unsicher in der Länge. Also in China mal zwei Varianten eines Carbon Vorbaus gekauft der hier fast das 10fache kostet. Optisch sieht das ganze jetzt Runder aus und werde aber weiter schauen.

Überhaupt hab ich viel Zeit mit dem Vorbau, Spacern und Lenker verbracht. Der Gabelschaft ist nur grob gekürzt um gut testen zu können was ich auch tat. Das Lenkerband wurde auch mehrfach neu gewickelt, die Ergopower wanderten zwischendurch auch auf eine neue Position. Die Ausrichtung auf mehr Komfort, weniger Race, gefällt mir gut. Weniger Überhöhung, geradere Positionierung der Schalt-/Bremsgriffe. Ich denke nach dem vielen Ausprobieren habe ich einen gute Position gefunden und werde dabei bleiben. Gilt es nur noch den Gabelschaft endgültig zu kürzen und mir dafür von Park Tool bereits den  Gabelschneidführung SG-6 zugelegt.

Die Montage des ganzen Bikes hat viel Spass gemacht aber zwei Sachsen sind mir aufgefallen: es war mal wieder ne Menge Spezialwerkzeug “notwendig” in der Anschaffung was nicht zu unterschätzen ist. Aber auch simple Sachen werden manchmal kompliziert, lassen sich aber lösen. So verwendet Campa jetzt dort überall Torx wo “früher” Inbuss gängig war und natürlich passen normale Torx-Bits nicht da die Torx-Köpfe sehr schmall und tief versenkt sind man mit normalen Bits dort nicht mehr rankommt. Aber so ist das eben und der Werkzeugschrank wird immer voller.

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10 Kommentare

  1. Wenn ich das recht sehe fährst du Rocket Ron oder Racing Ralphs, und das vornehmlich auf Asphalt? Taugt das (vor allem in Kurven)? Welche Breite? Sehen auf einem Bild auch schon recht abgefahren aus (meine Conti CycloXKing sehen nach den Wintermonaten auch schon recht mitgenommen aus – eben auch mehrheitlich auf Asphalt gefahren).

    • Ja, ich fahr die Rocket Ron und bin ziemlich zufrieden – aus Asphalt und auch auf Feldwegen bzw. wenn es recht “schmutzig/splittig” wird. Sie kleben halt nicht so auf Asphalt aber sind gut genug im Gelände. Gute Mischung und naja, bin halt auch ein kleiner Schwalbefan (ausser bei RR-Bereifung).

  2. Schöner Bericht.
    Woher kommt eigentlich diese Abneigung Schwalbe vs. Continental. Sind die Unterschiedliche so merklich. Ich komme in erster Linie aus dem MTB Bereich, wo ich gern Schwalbe fahre, aber den Michelin Wildgripper liebe. Im Straßensektor sitze ich aktuell auf 26” und 28” auf dem Schwalbe Durano und bin zufrieden. Der Reifen muss schwer leiden, Sprünge und div. Kanten jeden Tag.

    • Ach, das ist keine Abneigung. Schwalbe hab ich auf MTB und Reiserad. Speziell der Schwalbe Marathon am Reiserad hab ich lieben gelernt. Am Rennrad hab ich Contis drauf. Beides beruht nicht auf schlechten Erfahrungen mit anderen Herstellern sondern viel mehr auf den Guten und will da im Moment nicht wechseln und experimentieren.

  3. Hallo Markus.
    Wäre es möglich grob die “Materialkosten” zu beziffern. Danke. Gruß

    • Das ist so ne Sache die man lieber nicht machen will. Aber 2k kommen nur für die Biketeile schon zusammen. Und dann noch bissl was fürs Werkzeug. Insgesamt nicht billig, aber das liegt eben auch an der Entscheidung pro Campa Record. Kostet dann auch.

  4. Das Rad hast Du Dir richtig erarbeitet und neben dem Eigenaufbau steckt in der Planung viel Hirnschmalz, damit es perfekt zu Dir passt – an dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch. Irgendwann hätte ich dazu auch mal Lust, auch wenn ich momentan den Aufwand scheuen würde, weil noch etwas Know-How (Tretlager, Steuersatz) und Werkzeuge fehlen..
    Wie fährt es sich denn so, bretthart oder schön komfortabel, Gabel schön steif ?
    Hier nochmal der Design-Vorschlag für die schwarze Mamba: http://hgwr.tumblr.com/post/47265128045 Hab dabei sofort an Dein CX gedacht 🙂

    Gruß
    Thorsten

    • Danke Thorsten für die Glückwünsche und den Link. Sowas ist immer ne Anregung und ich werde sicherlich noch weiter am dem Bike schrauben und ausprobieren. Das macht Spass. Wie oft ich allein den gesamten Vorbau/Lenker/Schalthebel neu eingestellt habe … aber eben auch mit einem für mich guten Ergebnis. So gut, das ich den Unterschied zum Rennrad deutlich spüre. Bin seit ein paar Tagen wieder mit dem Bianchi Ducati Corse unterwegs und merke den Unterschiedlich deutlich, wie schön steif und agil mein CX-Bike ist. @velolars ist im Februar auch mal ein paar Meter damit gefahren und ich glaube er fand es ziemlich prima. Das Ding das ich jetzt auch die “Probleme” am Rennrad sehe und ich gerade überlege, ob der Handlungsbedarf grössere Investitionen rechtfertigen oder nicht. Grrrr, hätte ich nur nicht damit angefangen. 😉

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