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Mein erstes Rennrad: ein OLMO

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Mein erstes Rennrad war ein Geschenk eines allen Freundes. Sein Vater hatte zuviele und er wollte was los werden. Ich nahm das Geschenk – ein OLMO – dankbar an. Wann das war weiss ich nicht mehr, aber es mag irgendwas zwischen 15 und 20 Jahre her sein.

Viel bin ich das Stahlbike nicht gefahren. Ein paar Runden allein, ein paar Runden zusammen mit meinem Kumpel. Damals war ich mehr auf Radreisen aus: bereiste mehrfach Irland, hab mich mit Tubus und Ortlieb beschäftigt, weniger mit Rennrädern. So erinnere ich mich das ich damals MTB-Pedalen am Rennrad hatte. Ich wollte vorhandenes Material nutzen, nicht schon wieder Rennradschuhe kaufen die ich ja nur zum Rennrad fahren nutzen kann.

Und trotzdem hab ich das Rennrad gemocht. Mehr aus optischen Gründen als auf Basis gemeinsamer Touren. Made in Italia steht auf dem Rahmen, so wie heute auf meinem Bianchi Corse. Hat mich das damals schon gefesselt? Ich mag den Rahmen und so fand das Stahlrad in jedem Umzugsprojekt seinen Platz. Sogar den Weg vor 6 Jahren nach Norwegen machte es mit. (Dazu muss man vielleicht wissen das der Umzug mit 3 PKW gemacht wurde. Platz gabs es nicht viel, aber für dieses alte italienische Stahl-Rennrad wurde welcher geschaffen.)

Tja, und nun steh ich heute hier mit dem Rennrad und überlege was daraus werden soll. Ich will es nicht wegwerfen sondern was nettes draus bauen. Irgendwas reduziertes. Bock hätte ich auf nen Fixie. Eins ganz ohne Bremsen, ohne Gangschaltung. Vermutlich werde ich es dann aber kaum fahren können. Schon der Weg aus dem Büro nach Hause ist ein einziger Anstieg. Also doch ne 5Gang-Schaltung einbauen? Oder halt so ne kleine Überstetzung das ich doch ein paar Anstiege hochkomme? Ich schwanke. Das betrifft auch den Rahmen. Es soll neu gespritzt werden da er zu abgenutzt und rostig ist. Die Gabel ist Chrome. Wär sie lackiert würde der Rahmen schwarz matt werden. Aber so? Chromegabel und schwarzer Rahmen – passt das? Wo kann ich das Chrome wieder aufgreifen? Ist nicht was cremefarbiges viel schicker zum Chrome?

Diese und vieles mehr wird mich in den bevorstehenden Wintermonaten beschäftigen. Und ganz ehrlich: ich freu mich drauf. Auch auf die Kommentare, Anregungen und Meinungen zum Projekt 🙂

Hier noch ein paar Detailbilder von meinem OLMO.

 

19 Kommentare

  1. Ich habe ein altes Stahlrad, das hat auch eine Chromgabel. Ich habe mich bei der Farbe des Rahmens beim Neulackieren für British Racing Green entschieden. Dazu ein antikbrauner Brooks, das passt von der Farbe her super 🙂

    • Selbst lackiert oder lackieren lassen? Lackieren geht vlt. noch – aber den alten Lack runter holen und nen schönen Untergrund hinbekommen wird schwierig. Oder?

  2. Schickes Bike. Da ist fast zu überlegen die Originallackierung zu erhalten und irgendwas abzubauen. Ich bastel auch gerade an meinem ersten Singlespeed. Da ich aber vor kurzem zum ersten mal ein Fixie gefahren bin, werde ich auf jeden Fall bei Freilauf bleiben. Mit der Übersetzung werde ich sicher auch erst rumtesten müssen für die Gegend hier. 42/16 müsste klappen, aber vielleicht versuche ich auch mal 53/18. Aber erst fehlt noch der Klarlack, dann geht es an den Zusammenbau. Viel Spaß auf jeden Fall beim Winterprojekt. 🙂

  3. Feines Schätzchen! Die Klassikerspezialisten in den einschlägigen Forum bekommen immer die Krise, wenn sie bei sowas von Neulackierungen hören. Kann ich nachvollziehen. Matt schwarz macht aus einem Olmo irgendwie nur noch einen Stahlrahmen, mehr nicht. Wie viel Aufwand es (in finanzieller Hinsicht) ist, eine halbwegs originale Lackierung hinzubekommen? Keine Ahnung.
    Fixie finde ich ja großartig, bei der passenden Übersetzung denke ich auch, dass du stark genug bist, die mittleren Hügel in deiner Gegend hoch zu fahren. 53/18 meine ich damit eher nicht …
    Im Übrigen hätte ich bei einem brakeless Fixie sehr viel mehr Angst vor den Abfahrten als vor den Anstiegen. 😉

    P.S. Schönes WordPress-Theme! 🙂

    • Bin eher nicht so ein Freund von nachgemacht auf Original. Entweder das alte erhalten (sofern Erhaltenswert) oder mit neu kombinieren. Alte Autos die voller Rost und schäbigen Lack sind, rocken auch nicht. Einzig wenn es gelingen würde die original Lackierei in Italien zu einem Neulack beauftragen zu können, dann könnte man drüber nachdenken. Aber das ist dann eh zu aufwändig.

      Und naja, neues Lenkerband, neue Laufräder, neue Kette und Kurbelgarnitur, neuer Sattel. Da fällt das bissl Lack doch nicht ins Gewicht? *duck und weg*

    • Hehe, seh gerade du hast das gleiche Theme. Mensch, schon wieder eine Ähnlichkeit 🙂

  4. Ok, dann nimm aber wenigsten kein Mattschwarz! Ich bin da mit Lars einer Meinung, British Racing Green wäre angebracht. Dazu eine silberne Kurbel, flache silberne Felgen und Brooks Lenkerband und Sattel in braun. Ja, das könnte MIR gefallen. 😉

    • Mh, vom Design würde mir sowas auch gefallen können. ABER: passt nen britischer Style zu nem Italienschen Rennrahmen? Wär nicht eher Rossa Corsa rot und Campa Parts angesagt. Trotz neuem Lack würd ich da eher zum rot tendieren, oder doch nicht? Würde dann der Brooks noch passen?

      • Rot mit braunem Brooks passt meines Erachtens nicht. Dann wäre wohl wieder schwarz angesagt.
        Rot. Ein tolles rotes Rad hast du doch, willst du nicht etwas Abwechslung reinbringen?
        Campagnolo ist ja fast immer gut, aber je nachdem, was du aus dem Rad werden lassen möchtest, ist es vielleicht mal nicht erste Wahl. Für einen Fixie-Aufbau würde ich z.B. mal genauer bei Miche nachschauen, was Laufräder und Kurbel angeht. Oder auch eine schöne Kurbel von Sugino? Bremsen sind dann ja auch noch so ein Thema. Soll’s wieder ein Rennlenker werden? Wenn ja, dann mit Rennbremshebeln oder doch nur kleine Crosshebel am Oberrohr? Oder ein Bullhornlenker mit Zeitfahrhebeln? Oder auch da nur Crosshebel?
        Fragen über Fragen …

        • Rennlenker – ohne Bremsen und mit kurzer Wicklung. Idee ist das Chrome der Gabel immer wieder aufzugreifen und zu zeigen. Beim Rest hab ich noch keine sooo grossen Gedanken gemacht. 🙂

          Abwechslung ja, aber rot kommt mit Bezug auf die Historie des Rahmens ins Spiel. Also die Geschichte es Bikes nicht ganz wegzuwerfen, sondern mit Parts von heute kombinieren die man aber schon in Bezug zum Bike stellen kann: italienische Parts.

  5. Markus,
    ja, selbst lackiert. Hat ca. 40.- € fürs Sandstrahlen gebraucht und dann nochmal der Lack. Leider hat ein Bike so viele Kanten, das man ganz schnell beim Zwischenschleifen wieder auf dem blanken Metall ist. 🙁
    Das werde ich also nicht allzu oft machen.
    http://bit.ly/NmfoCB

    • Mal schauen, werd mich mal umschauen bezüglich hier was ich auftreiben kann und was es kostet. 40 Euro fürs Sandstrahlen – vermute unter 100 wird hier nix gehen. Schauen wir mal. Dein Rahmen sieht prima aus. Ist halt nen ganz schöner Aufwand.

  6. Bau doch das Rad wieder originalgetreu auf. Zuviele retrobikes enden mittlerweile als fixi oder singlespeed. Wer hat schon noch ein gut erhaltenes original aufgebautes stahlrennrad. Ich persönlich fänd es schade, wenn deins auch so enden würde.

    • Gut erhalten – naja. Ganz schön viel Rost am Rahmen. Und ob die verbaute Sax-Schaltung noch original ist, wag ich zu bezweifeln. Schau ich mir die Speichen an, hätte ich Angst das die mir bald mal um die Ohren fliegen. Auch da hat die Zeit dran genagt. Wäre das Bike noch wirklich richtig gut erhalten, würde ich sicher auch eher dahin neigen. Am Rahmen häng ich, an den Parts weniger und dann bleibt halt auch nicht mehr viel übrig.

  7. Ach hör auf mit Fixie. Das versaut das Rad. Das ist IMHO n bescheurtes Konzept, und führt dazu, dass du dein Bike nie mehr fährst.

    Willste meine Meinung wissen? Es ist n geiles altes Rennrad. Lass es so! Repariere, was sein muss, aber behalte so viel wie möglich an Originalteilen. Und fahre es, wenn du mal ne Auszeit brauchst. Du wirst sehen, das tut echt gut.

    Ich merke das an unserem 1975’er Peugot Cruise. Die meiste Zeit steht’s rum, weil man’s nicht im Alltag benutzen will. Aber die paar Mal im Jahr wo du’s rausholt’s isses ‘n tolles Gefühl.

    Ich fahre mittlerweile damit zur Arbeit. Das ist echt toll. Erst recht wenn ich die ganzen Möchtegern-Radler mit ihren teuren Rädern und Ganzkörperanzügen mal so eben hinter mir lasse 😉

    Also, denk nochmal drüber nach. Das ist ein Stück Geschichte. Mach’s nicht kaputt!
    LG Sören

    • Versteh was du meinst, werd aber ein Rennrad als Zweitrennrad auf jeden Fall nicht benutzen. Sobald Rennradwetter ist, werd ich meinen aktuellen Renner benutzen und nicht den fast doppelt so schweren Stahlrenner. Da würde das bike auch nur irgendwo an der Wand hängen. Wär schade drum.

      Ob ich ein fixie oft nutz, glaub ich auch nicht. Aber ich hab 5 km Arbeitsweg und wenn der ab und an im Sommer mit nem Fixie gerollt werden kann, wär es das schon die Sache wert (auch wenn genau dafür noch 2 andere Bikes – MTB + Reiserad zur Verfügung ständen). Aber ich könnte über das Thema Fixie nochmal nachdenken – vlt was schön in Richtung 5speed.

  8. Ich würde zum Erhalt raten. Den Lack mit Stahlwolle bereinigen und dann maximal Klarlack. Ebenso ist es ohne Schaltung kein Spaß bei ein paar Bergen. Ein fixie ist pflegeleicht und auch den Nichtklaueffekt kannst du ignorieren. Mit freundlichen Flipflopnabe oder 3-5 Gang in der Nähe wirst du mehr Spaß haben. Die Aufnahme für Bremsen sind ebenso da, so dass es unrein wirkt und der Brite hat einfach weniger Berge und mehr Verrückte 😉

  9. Pingback: MAGNETIC Bike Lights – die Erleuchtung für mein OLMO | 54elf.de

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